So

12

Jul

2015

Urlaub in Ostkanada: Tour durch die Maritimes

Ich bin gestern von meiner Tour durch Kanadas atlantische Provinzen zurückgekehrt. Da ist es mal wieder Zeit für ein kleines Lebenszeichen.


In Peggy's Cove steht der vermutlich meist fotografierte Leuchtturm Nova Scotias.
In Peggy's Cove steht der vermutlich meist fotografierte Leuchtturm Nova Scotias.

Atlantisches Kanada: Nova Scotia, New Brunswick und P.E.I.

 

Vor zwei Wochen bin ich nach Halifax geflogen und habe mir dort einen Mietwagen genommen. Auf meiner Runde durch Nova Scotia, Prince Edward Island und den Süden von New Brunswick 

Am Cabot Trail im Cape Breton Highlands National Park in Nova Scotia.
Am Cabot Trail im Cape Breton Highlands National Park in Nova Scotia.

legte ich insgesamt 2300 Kilometer zurück.


Highlights waren sicher der Canada Day und das Jazz-Festival in Halifax, der atemberaubende Cape Breton Highlands National Park mit dem Cabot Trail und die Eindrücke entlang der Bay of Fundy.


Neben der tollen Natur gab es auch jede Menge zu erleben: Musik, grosse und kleine Zeugnisse kanadischer Geschichte, Geocaching und natürlich landestypische Küche. Unzählige Fischerboote

Talblick während einer Wanderung auf einem Hiking-Trail im Cape Breton Highlands National Park in Nova Scotia.
Talblick während einer Wanderung auf einem Hiking-Trail im Cape Breton Highlands National Park in Nova Scotia.

versorgen die Region ja schliesslich mit allen Leckereien, die das Meer zu bieten hat.

 

Wenn ich meine ganzen Fotos gesichtet habe, widme ich natürlich den schönsten Stationen auch einen eigenen Beitrag.

 

Allgemein kann ich aber schon mal sagen, dass 14-15 Tage sicher ein guter Zeitansatz für so eine Rundreise sind. Ich selbst habe mir 13 Tage gegeben und habe (mit Ausnahme der Festung Louisbourg) alles gesehen, was mich interessiert.

 

Die "Fahrerei" war ganz in Ordnung, allerdings zwingt der Strassenzustand einem vielerorts einen sehr gemächlichen Fahrstil auf. Im Cape Breton Highlands National Park kommt man

 

Fotos aus Ostkanada: Nova Scotia, Prince Edward Island und Newbrunswick

 

beispielsweise wegen der zahlreichen engen Kurven (und der der vielen Foto-Stopps) nur sehr langsam voran. Rund um den Fundy National Park hatte ich bei Nebel einen stark reduzierten Fahrspass, als ich im dichten Nebel fussballgrosse (und -tiefe !) Schlaglöcher umkurven und dabei gleichzeitig nach Elchen Ausschau halten musste.


Wie überall gilt also im kanadischen Osten erst recht: Man gebe sich einfach etwas Zeit. Dann wird es auch ein toller Urlaub.


Abendstimmung im Fischereihafen von Cheticamp in Nova Scotia.
Abendstimmung im Fischereihafen von Cheticamp in Nova Scotia.

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Mo

13

Jul

2015

Canada Day in Halifax, Nova Scotia

Am 1. Juli wird überall in Kanada der Nationalfeiertag begangen. Ich war bei meinem Urlaub diesmal mittendrin in den Festivitäten. Hier ist mein Bericht:


Canada Day in Halifax: Am kanadischen Nationalfeiertag eröffnen die Mounties die traditionelle Parade.
Canada Day in Halifax: Am kanadischen Nationalfeiertag eröffnen die Mounties die traditionelle Parade.

Mounties, Kuchen und Musik: Ein kanadischer Feiertag für alle


Die Feierlichkeiten beginnen in Halifax in aller Frühe. Morgens gibt es nämlich nach dem Hissen der kanadischen Flagge vor dem Rathaus Pfankuchen für alle, gerne auch mit reichlich 

Canada Day in Halifax: Zum Pfannkuchen-Frühstück vor dem Rathaus darf man gerne auch im Kilt erscheinen. ;-)
Canada Day in Halifax: Zum Pfannkuchen-Frühstück vor dem Rathaus darf man gerne auch im Kilt erscheinen. ;-)

 Ahornsirup. Bei diesem Frühstück stärken sich auch nicht wenige Teilnehmer der Parade, die sich ab 10:30 Uhr mit klingendem Spiel entlang der Zitadelle durch die Innenstadt zieht.

 

Anlässlich der mehrtägigen Musikveranstaltung Royal Nova Scotia International Tattoo waren mehrere exzellente Musikkapellen in der Stadt, die nun auch beim Festtags-Umzug die zahlreichen Zuschauer begeisterten.

 

Genauso bunt gemischt wie der Festzug war auch das Publikum, Kanadier und Besucher aus aller Herren Länder. Ich habe mir einen Platz an

Canada Day in Halifax: Mittags gibt's auf der historischen Zitadelle im Stadtzentrum gratis Kuchen für alle.
Canada Day in Halifax: Mittags gibt's auf der historischen Zitadelle im Stadtzentrum gratis Kuchen für alle.

der Zitadelle gesucht. Die steil ansteigende Rasenfläche rund um die wehrhafte kleine Verteidigungsanlage wurde so zur natürlichen Zuschauertribüne mitten im Stadtzentrum. Den Festzug habe ich von hier gemeinsam mit Touristen aus Manitoba, Frankreich und den USA angesehen.

 

Nach ungefähr anderthalb Stunden Parade ging es dann gemeinsam mit tausenden Besuchern rauf zur Zitadelle, wo es gratis Kuchen gab. Dank der 21 Salutschüsse aus den altertümlichen Festungskanonen gerieten die unausweichlichen Politikerreden übrigens angenehm kurz. Neben allerlei Vorführungen konnten die Besucher auch die Festung selbst erkunden. Am frühen Nachmittag gingen die Feierlichkeiten dann mit Open-Air-Konzerten 


Fotos rund um den Canada Day 2015 in Halifax, Nova Scotia:


aller erdenklichen Genres weiter. Der Höhepunkt des Tages, das grosse Feuerwerk im Hafen, musste dann leider wegen dichten Nebels ausfallen. Sowas kann an der Küste natürlich immer mal vorkommen. Der "Maritimer" an sich lässt sich ja auch von einer Stunde Regen nicht


Mein Video von der Canada Day Parade in Halifax:

 

abschrecken, aber wenn keiner etwas sehen kann, macht ein Feuerwerk halt keinen Sinn. So wurde der Spass dann einfach um zwei Tage verschoben. Schade für mich, denn zu dem Zeitpunkt war ich schon im Cape Breton Highlands National Park unterwegs.

 

Aber auch ohne das Feuerwerk war dieser Canada-Day ein wirklich tolles Erlebnis.

 

Canada Day in Halifax: Dudelsäcke dürfen bei einem Feiertag in "Neu-Schottland" (!) natürlich nicht fehlen. Bei der internationalen Parade sind Marschkapellen aus aller Welt dabei, hier zum Beispiel eine aus Oman.
Canada Day in Halifax: Dudelsäcke dürfen bei einem Feiertag in "Neu-Schottland" (!) natürlich nicht fehlen. Bei der internationalen Parade sind Marschkapellen aus aller Welt dabei, hier zum Beispiel eine aus Oman.

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Fr

17

Jul

2015

Hiking und Geocaching am Cabot Trail in Nova Scotias Cape Breton Highlands

 

Hier ist der dritte Teil meines Urlaubsberichtes. Der Cape Breton Highlands Nationalpark ist wirklich ein Muss für Nova Scotia-Besucher. Unvergessliche Eindrücke sind garantiert.


Geocacher am Cabot Trail: Im Hintergrund erkennt man die Strasse, die sich über Kilometer am Meer entlang schlängelt, bevor sie landeinwärts in den Cape Breton Highlands National Park abbiegt.
Geocacher am Cabot Trail: Im Hintergrund erkennt man die Strasse, die sich über Kilometer am Meer entlang schlängelt, bevor sie landeinwärts in den Cape Breton Highlands National Park abbiegt.

Mit dem Mietwagen durch den Cape Breton Highlands Nationalpark

 

Ich bin von Halifax aus nach Cape Breton aufgebrochen und habe den Cabot Trail im Uhrzeigersinn befahren. Nach einem Zwischenstopp in Port Hood erreichte ich das Fischerdorf Cheticamp, wo auch der der westliche Eingang zum Nationalpark liegt. Schon dort blickt man

Cape Breton Highlands National Park: Blick auf den westlichen Teil des malerischen Cabot Trails.
Cape Breton Highlands National Park: Blick auf den westlichen Teil des malerischen Cabot Trails.

auf eine grüne Wand mit dicht bewaldeten Hügeln. Und diesen typischen Anblick wird man dann nicht mehr los.

 

Wenn man mit dem Auto den Cabot Trail befährt, kommt man nur sehr langsam vorwärts. Hinter jeder Serpentine wartet ein atemberaubender Blick auf Bäume, Meer und schroffe Felsen. Und zwar soweit das Auge reicht. Da lohnen schon ein, zwei Fotos. ;-)

 

Wenn man endlich etwas Höhe gewonnen hat, dreht der Trail schliesslich landeinwärts. Dort gelangt man über eine Hochebene zur Ostseite des Parks. Dieser Teil ist auch sehr schön, es gibt jedoch nach meiner Wahrnehmung weniger Haltebuchten für Fotostops. Andererseits findet man hier mehr Badestände.

 

Wandern auf den grünen Hiking Trails von Nova Scotia

 

Wandern kann man im Nationalpark natürlich auch. 26 offizielle Wanderpfade gehen rechts und links vom Cabot Trail ab und führen den Besucher zu besonderen Stellen im Park. Von der Länge und Schwierigkeit her unterscheiden sich die Pfade erheblich, so dass für jeden Fitness-

Vorsichtsmassnahmen beim Wandern im Cape Breton Highlands National Park: Bear spray und ein grosser Stock.
Vorsichtsmassnahmen beim Wandern im Cape Breton Highlands National Park: Bear spray und ein grosser Stock.

Level passende Herausforderungen zu finden sind. Tolle Aussichten winken als Belohnung.

 

Ein paar Vorsichtsmassnahmen werden von den Park-Rangern jedoch dringend angeraten, da der Wanderer die Hiking-Pfade hier vielerorts mit Schwarzbären, Elchen und Coyoten teilt.

 

Wer entfernt von der Zivilisation auf wilde Tiere trifft, ist völlig auf sich gestellt. Daher ist man besser auf die Eventualitäten vorbereitet. Oder man legt es gar nicht erst auf eine Begegnung an. Wenn ich Wanderstrecken allein zurücklege, befestige ich zum Beispiel ein kleines Glöckchen an meinem Rucksack. Zusammen mit dem Wanderstock sorgt dies für genug akustische Vorwarnung, damit sich der Bär nicht erschreckt und sich rechtzeitig trollen kann, wenn ihm danach ist.

 

Geocaching im Cape Breton Highlands National Park


Einen zusätzlichen Anreiz zum Wandern bietet die offizielle Geocaching-Challenge des Nationalparks. In der Umgebung von fünf der 26 Wanderpfade sind Geocaches versteckt, die

Aussicht und Rastplatz in der Nähe des Geocaching-Verstecks im Cape Breton Highlands National Park.
Aussicht und Rastplatz in der Nähe des Geocaching-Verstecks im Cape Breton Highlands National Park.

Lochzangen mit unterschiedlichen Mustern enthalten. Mit denen markiert der geneigte Cacher seinen Laufzettel, den er sich vorher beim Besucherzentrum in Cheticamp (Westküste) oder Ingonish (Ostküste) abgeholt hat.

 

Die fünf Pfade fürs Geocaching sind zusammen mehr als 17 Kilometer lang. Da tut man was für die Fitness und hat zusätzlich Spass beim Suchen. Als Belohnung winkt nach getaner Arbeit eine wirklich schöne Metall-Münze, die man gegen Vorlage des Laufzettels im Bersucherzentrum bekommt. Neben den ganzen Fotos hat man als Geocacher daher die Chance auf ein wahrlich exklusives Souvenir von einem unvergesslichen Urlaub.


 

Mit dem Wetter hatte ich bei meiner Reise grosses Glück. Temperaturen in den niedrigen Zwanzigern und strahlender Sonnenschein: Da kann man nicht meckern. Die Insekten hielten sich auch zurück, so dass mein Gesamturteil durchweg positiv ausfällt.

 

Ich komme auf jeden Fall wieder. Höchstwahrscheinlich lege ich meinen nächsten Besuch in den Herbst. Ich kann es kaum erwarten, die ganze Pracht in orange-roter Blattfärbung zu sehen.

In diesem Sinne - Bis bald!

 

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Mi

22

Jul

2015

Felsen, Fischer und Musik: Unterwegs auf Cape Breton Island


Für Nova Scotia-Besucher ist der Cabot Trail natürlich Pflicht, aber es gibt noch weit mehr zu sehen. Bei meiner Reise dieses Jahr hatte ich nicht nur mit dem Wetter Glück.


Leuchtturm auf Nova Scotia: In Cape Breton und überall auf der Insel gibt es sie wie Sand am Meer.
Leuchtturm auf Nova Scotia: In Cape Breton und überall auf der Insel gibt es sie wie Sand am Meer.

Tour durch Nova Scotia


Von Halifax bis zum Cape Breton Highlands National Park sind es doch gute 450 Kilometer Fahrstrecke. Da bietet sich ein Zwischenstopp in einem der malerischen Küstendörfer von

Abendstimmung im kleinen Hafen von Cheticamp, dem westlichen Tor zum Cape Breton Highlands Nationalpark.
Abendstimmung im kleinen Hafen von Cheticamp, dem westlichen Tor zum Cape Breton Highlands Nationalpark.

Cape Breton Island geradezu an. 

 

In Port Hood fand ich ein hübsches, verschlafenes Dorf mit tollem Bed & Breakfast. In Erinnerung bleiben unter anderem ein Dünenspaziergang und ein traumhafter Sonnenuntergang am fast menschenleeren Strand.

 

Ebenso schön fand ich die Ortschaft Cheticamp, etwa 120 Kilometer weiter nördlich am Eingang zum Nationalpark. Hier scheinen vielerorts französische Fahnen zu wehen. Bei genauerem Hinsehen erkennt man jedoch den kleinen goldenen Stern, mit dem an die Akadier erinnert wird. Diese französisch-stämmigen Siedler spielten im 17. Jahrhundert bei der Besiedlung Nova Scotias eine wichtige

 

Kitchen Fest: Gälische Hausmusik vom Feinsten

 

Rolle. Nach den Akadiern kamen die Schotten, und deren Einfluss ist heute überall spürbar.


Port Hood stellte sich nicht nur wegen seines verträumten Strandes als ideales Etappenziel heraus. Bei meiner Ankunft fand nämlich just im Nachbardorf Mabou ein Konzert

Kitchen Fest in Mabou: Gälische Hausmusik in Nova Scotia.
Kitchen Fest in Mabou: Gälische Hausmusik in Nova Scotia.

mit traditioneller Hausmusik und Liedern in gälischer Sprache statt. 


Das kleine Restaurant in Mabou war prall gefüllt, die Stimmung super und die Musiker grosse Klasse. Wegen des grossen Besucheransturms wurde da buchstäblich zusammengerückt, gelauscht, getanzt und sogar mitgesungen. 


Bestimmt ein Drittel der Gäste waren ausländische Touristen, die von der Veranstaltung über die Touristeninformation erfahren hatten. Wir lernen: Es lohnt sich, unterwegs kurz bei der Besucher-Info anzuhalten und sich nach aktuellen Events zu erkundigen. Dann nimmt man einzigartige Erinnerungen mit nach Hause.

 

Entlang des Weges: Meat Cove und Alexander Graham Bell

 

Auf meiner Liste für Cape Breton Island stand auch ein Besuch am "Ende der Welt." Wenn man vom Cabot Trail nach Norden abbiegt, kommt man nach ungefähr 30 Kilometern nach Meat Cove. Die Fahrt dauert allerdings ewig, weil 8km der Strecke aus einer derart löchrigen Piste

Die Alexander Graham Bell National Historic Site in Baddeck erinnert an den ersten Motorflug in Kanada.
Die Alexander Graham Bell National Historic Site in Baddeck erinnert an den ersten Motorflug in Kanada.

bestehen, dass man stellenweise nur im Schritttempo fahren kann. Seinem Ruf wird der Ort gerecht: Hier ist nichts, und danach kommt auch nichts mehr. ;-)


Eher zufällig stiess ich weiter südlich in der hübschen Kleinstadt Baddeck auf eine National Historic Site, die Universal-Erfinder Alexander Graham Bell gewidmet ist. Bell experimentierte hier nämlich mit Fluggeräten und Hochgeschwindigkeitsbooten, was das Zeug hielt.


Die Ausstellung zeigt viele der abenteuerlichen Konstruktionen von damals, widmet sich aber auch den Verdiensten Bells bei der Forschung nach Methoden, mit denen taube Menschen sprechen lernen können. Aus heutiger Sicht sind manche seiner Vorstellungen über behinderte Menschen fragwürdig, aber für die damalige Zeit waren sie revolutionär.



Nach meinem Besuch in Baddeck ging es für mich direkt zur Fähre nach Prince Edward Island. Und darum geht es dann in meinem nächsten Beitrag.


Abendstimmung am Strand von Port Hood in Nova Scotia: Toller Moment während meiner Tour durch Nova Scotia.
Abendstimmung am Strand von Port Hood in Nova Scotia: Toller Moment während meiner Tour durch Nova Scotia.

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Sa

25

Jul

2015

Besuch bei Anne auf Green Gables: Zeitreise auf Prince Edward Island


Von den Gründungsvätern bis hin zur entspannten Weltliteratur: Wer möchte, kann auf "P.E.I." tief in kanadische Geschichte(n) eintauchen. Aber ganz ruhig - denn Hektik gibt es hier nicht.


Das Green Gables Farm Haus in Cavendish, Prince Edward Island. Hier spielt die beliebte Geschichte von Anne.
Das Green Gables Farm Haus in Cavendish, Prince Edward Island. Hier spielt die beliebte Geschichte von Anne.

Mit der Fähre ins malerische Charlottetown

 

Nach meiner Schleife durch Nova Scotias Cape Breton Island und den dortigen Nationalpark führte mich mein Weg zum Fährhafen Caribou. Dass die etwa 80-minütige Passage selbst mit Mietwagen kostenlos blieb, liegt an einer Eigenheit von Prince Edward Island: Wer

Oldtimer in Charlottetown, Prince Edward Island.
Oldtimer in Charlottetown, Prince Edward Island.

die Insel besucht, bezahlt nur bei der Abreise. Da ich die Insel später via Brücke nach New Brunswick verliess, musste ich an der Brücke zahlen, und die Fähre war gratis.


Was mir an Charlottetown sofort auffiel: Viel Ruhe und viel Platz, selbst in der Innenstadt. Da fällt einem doch die Zeitreise  leicht, zu der die zahlreichen gut gepflegten alten Häuser einladen.


Charlottetown präsentiert sich Touristen als die Wiege der kanadischen Föderation. Auf einem Spaziergang durch die kompakte kleine Stadt kann man bequem alle möglichen Orte ablaufen, die bei der Konferenz im Jahre 1864 eine Rolle spielten. Aber auch Besuchern ohne historischen Forscherdrang hat Charlottetown eine schöne Zeit zu bieten - frei von jeder Hektik.


Urlaub im P.E.I. National Park: Meer und Sandstrand inklusive


Am Morgen nach meiner Ankunft fuhr ich zum Prince Edward Island Nationalpark. Dieses Naturschutzgebiet erstreckt sich über mehrere Dutzend Kilometer entlang der Nordküste der

Selbstbildnis vor roter Steilküste im Prince Edward Island Nationalpark.
Selbstbildnis vor roter Steilküste im Prince Edward Island Nationalpark.

Insel. Fokus der Parkverwaltung ist hier die Erhaltung einer intakten Dünenlandschaft.


Bei den Einheimischen ist der Nationalpark sehr beliebt. Sie interessiert nämlich, was hinter den Dünen liegt: Kilometerlange Sandstrände. Warum man die Natur hier schützen muss, lässt sich besonders im Westteil des Parks erkennen.


Dramatische Steilküstenabschnitte mit dem charakteristischen rotbraunen Farbton halten nur mühsam dem Meer stand. Ohne die dicht bewachsenen Dünen würde P.E.I.'s fruchtbare Erde durch die Elemente ungebremst abgetragen werden. Und das wäre doch jammerschade. 


Anne auf Green Gables: Ein kanadisches Kulturdenkmal auf P.E.I.


Dem Land, den Leuten und der Lebensart von Prince Edward Island hat die Autorin Lucy Maud Montgomery 1908 ein Denkmal gesetzt. Hauptfigur in ihrem Kinderbuch "Anne auf Green Gables"  ist die rothaarige, sommersprossige Waise Anne, die auf einer Farm aufwächst. Die

Anne of Green Gables: Das kanadische Vorbild für Pippi Langstrumpf?
Anne of Green Gables: Das kanadische Vorbild für Pippi Langstrumpf?

temperamentvolle Quasselstrippe Anne gilt als eine der liebenswertesten Figuren der englischsprachigen Literatur und hat Fans auf der ganzen Welt. (Anne soll unter anderem Astrid Lindgren dazu inspiriert haben, ein eigenes Buch über ein rothaariges Mädchen zu schreiben...)

 

In der Nähe der Ortschaft Cavendish befindet sich auf P.E.I. das Farmhaus mit den grünen Giebeln ("green gables"), dem das Buch seinen Namen verdankt. Autorin LM Montgomery wuchs mit den Kindern der damaligen Eigentümer auf und erkundete beim Spielen jeden Winkel der Farm.

 

Schon bald nach dem Erscheinen des Buches pilgerten erste Fans zur Farm. In den 70er Jahren schliesslich kaufte die kanadische Regierung die Farm und betreibt sie heute als National Historic Site. Zur Freude der Fans ist das Haus komplett begehbar, die Scheune und andere 

 


markante Punkte aus dem Buch können ebenfalls erkundet werden. Ein Muss für Freunde des Buchs, aber auch für unbeleckte Besucher eine schöne Gelegenheit für eine kleine Zeitreise.


Fazit: P.E.I ist eine Reise wert. Oder auch zwei.


Geschichte ist allgegenwärtig in Charlottetwon, Prince Edward Island.
Geschichte ist allgegenwärtig in Charlottetwon, Prince Edward Island.

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Mi

29

Jul

2015

Bilder aus New Brunswick: Ebbe, Flut und Nebel in der Bay of Fundy


Mein Aufenthalt in New Brunswick war auf dieser Tour sehr kurz. Dennoch konnte ich ein paar tolle Eindrücke sammeln. Hier ist mein Bericht.


An den Flowerpot Rocks kann man die Gezeiten gut beobachten. Der Tidenhub an den Hopewell Rocks ist 16 Meter!
An den Flowerpot Rocks kann man die Gezeiten gut beobachten. Der Tidenhub an den Hopewell Rocks ist 16 Meter!

Spur der Gezeiten an den Hopewell Rocks

 

Nach meinem Aufenthalt in Prince Edward Island fuhr ich über die Confederation Bridge nach New Brunswick. Mein erster Eindruck vom Süden dieser Provinz waren die notdürftig

Die schier endlos lange Confederation Bridge verbindet New Brunswick und Prince Edward Island.
Die schier endlos lange Confederation Bridge verbindet New Brunswick und Prince Edward Island.

reparierten Strassen, die mich ständig an Flickenteppiche erinnerten.

 

Meine erste Station waren die Hopewell Rocks. An dieser Gesteinsformation kann man sowohl die Kraft der Gezeiten als auch den mächtigen Unterschied zwischen Ebbe und Flut sehen. Bei Niedrigwasser kann man zwischen den Felsen herumlaufen, die oben noch bewachsen sind. (Daher werden sie auch Flowerpot Rocks genannt, Blumentopf-Felsen.)

 

Mit der Flut kommt das Wasser zügig zurück, und der Wasserstand steigt um 16 Meter. An Besucherzentren und im Internet kann man sich über die exakten Zeiten für Ebbe und Flut informieren, damit man zur richtigen Zeit vor Ort ist.

 

Camping im Fundy National Park: Übernachtung im 5-Sterne-Zelt

 

In der Nähe des kleinen Fischerdorfes Alma befindet sich der Fundy National Park. Dort habe ich in einer interessanten Kombination aus Hütte und Zelt übernachtet. Das "oTENTik" ist wohl 

Übernachten im Nationalpark: Das oTENTik ist eine verblüffend komfortable Mischung aus Zelt und Hütte.
Übernachten im Nationalpark: Das oTENTik ist eine verblüffend komfortable Mischung aus Zelt und Hütte.

am oberen Ende der Komfort-Skala angesiedelt. Die Ausstattung variiert zwar zwischen den Nationalparks leicht, aber es gibt Schlafplätze für 5-6 Personen, Tische und Stühle, eine LED-Leuchte und eine USB-Ladestation. In einigen Parks haben die Zelt-Hütten sogar Thermostat-gesteuerte Propan-Heizungen!


Da muss man nun wirklich kein Waldschrat sein, um in der Natur zu übernachten. Der Spass ist mit $110 pro Nacht nicht billig. Wenn man aber mit Familie oder in der Gruppe unterwegs ist, relativiert sich das.


Wie alle Campsites in den Nationalparks sollte man eine Übernachtung im oTENTik im voraus reservieren, vor allem für Ausflüge in der Hochsaison oder an Wochenenden.


Strand, Natur und Nebel im Süden von New Brunswick

 

Am Tage meiner Weiterreise nach Saint John hatte ich zum ersten mal ungünstiges Wetter in diesem Urlaub. Es gab alle fünf Minuten intensive Regenschauer, und die Bay of Fundy schien 

Nebel in St. Martins, New Brunswick: Bei Ebbe kann man Wanderungen am Strand unternehmen.
Nebel in St. Martins, New Brunswick: Bei Ebbe kann man Wanderungen am Strand unternehmen.

 in dichten Nebel gehüllt. So etwas kann an der Küste natürlich vorkommen, also habe ich mich nicht weiter geärgert.


Die beiden für den Tag geplanten kurzen Wanderungen habe ich dann aber ausfallen lassen. Was nützen einem die tollsten Aussichtspunkte, wenn man nix sieht? 


Die gesparte Zeit habe ich dann auf der Fahrt gut gebrauchen können. Im dichten Nebel auf nasser Strasse Schlaglöchern und Elchen auszuweichen macht keinen Spass. Aber bei langsamer Fahrt hat man deutlich bessere Chancen. Nach ca. 100km Fahrt erreichte ich schliesslich St. Martins, wo der Nebel ein wenig nachgelassen hatte. Dort war gerade Ebbe, und so begab ich mich auf eine kurze Strandwanderung. Am Ende des Strandes gibt es kleine Höhlen, die man bei Niedrig-



wasser erkunden kann. Auch bei Nebel ein schönes Erlebnis, aber ob Ebbe oder nicht - auf nasse Füsse sollte man sich dabei mental vorbereiten. Oder wasserdichte Schuhe tragen...


In Saint John begab ich mich dann auf die Autofähre nach Digby in Nova Scotia für die letzte Etappe meiner Reise. Und darum geht es dann im nächsten Beitrag.


Wanderung am Strand von St. Martins, New Brunswick. Nasse Füsse kann man schon bekommen, denn völlig verschwunden ist das Wasser natürlich nicht.
Wanderung am Strand von St. Martins, New Brunswick. Nasse Füsse kann man schon bekommen, denn völlig verschwunden ist das Wasser natürlich nicht.

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Do

06

Aug

2015

Der Westen Nova Scotias: Digby, Annapolis Royal, Peggy's Cove und Lunenburg


Nur wenige Kilometer westlich von Halifax liegen mit Peggy's Cove und Lunenburg tolle Ausflugsziele für Nova Scotia-Besucher. Aber auch darüber hinaus gibt es viel zu sehen.


Der Leuchtturm von Peggy's Cove in Nova Scotia.
Der Leuchtturm von Peggy's Cove in Nova Scotia.

Digby und Annapolis Royal: Besuch im Westen Nova Scotias

Auch westlich von Halifax gibt es für Nova Scotia-Besucher einiges zu sehen. Ich kam auf meiner Tour mit der Fähre aus New Brunswick in Digby an. Die Ortschaft beherbergt eine

Klare kulinarische Ansage in Digby: Meer als Seafood findet hier nicht statt ;-)
Klare kulinarische Ansage in Digby: Meer als Seafood findet hier nicht statt ;-)

grosse Fischereiflotte und ist daher für allerlei "Seafood", vor allem aber für die Digby Scallops bekannt.


Touristisch gesehen ist Digby nicht besonders erschlossen: Entlang der Hauptstrasse gibt es ein Fischrestaurant nach dem anderen, aber nicht eine einzige Kneipe?!


Natur gibt es aber trotzdem, zum Beispiel an der lang gestreckten Halbinsel Digby Neck. Ich bin von Digby aus nach Annapolis Royal gefahren. Diese Kleinstadt ist von historischer Bedeutung und hat einige schöne alte Häuser zu bieten. Im Stadtkern befindet sich auch das kleine Fort Anne. Wer dort reinschaut, sollte auf jeden Fall einen Blick auf die vier handgeknüpften Wandteppiche werfen, welche die Stadtgeschichte erzählen.


Port Royal - Französischer Handelsposten aus dem 17. Jahrhundert

Eine echte kleine Zeitreise kann man in Port Royal unternehmen. Wenige Kilometer ausserhalb von Annapolis Royal befindet sich nämlich der originalgetreue Nachbau einer Handelsstation.

Blick in den Innenhof von Port Royal: Hier ist nahezu alles aus Holz gebaut.
Blick in den Innenhof von Port Royal: Hier ist nahezu alles aus Holz gebaut.

Hier lebten dereinst auf engstem Raum französische Händler in der Wildnis und tauschten Waren mit den Ureinwohnern. Wie dieser Alltag aussah, kann man hier gut sehen:

 

Alle Gebäude und Räume sind begehbar und vollgestopft mit historischen Requisiten. Wer Interesse an Geschichte hat, ist hier genau richtig. Heimwerker können sich in Port Royal ebenfalls inspirieren lassen, denn in dem Gebäudekomplex bekommt man eine Ahnung davon, was man nicht alles aus Holz bauen kann.

Paddeln, radeln oder wandern im Kejimkujik National Park


Südlich von Annapolis Royal liegt im Landesinneren der Kejimkujik National Park. Ähnlich wie der Cape Breton Highlands National Park erstreckt sich dieses Naturschutzgebiet über eine

Kajak in Nova Scotia: Die Fluss-Landschaft im Kejimkujik National Park lädt zum Paddeln ein.
Kajak in Nova Scotia: Die Fluss-Landschaft im Kejimkujik National Park lädt zum Paddeln ein.

riesige Fläche, allerdings ist das Gelände viel flacher.


Der Park wird geprägt von einer dicht bewaldeten Fluss- und Seen-Landschaft. Obwohl es zahlreiche Wanderpfade gibt, sind viele Orte im Park nur per Kanu oder Kajak zu erreichen. Dadurch wird Kejimkujik zu einer guten Adresse für Paddler.


Die Park Ranger haben ausserdem ein sehr interessantes Informationsprogramm am Start. In diesem Sommer wird beispielsweise mit "natürlichen Zutaten" ein echtes Kanu gebaut. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen, aber wer möchte, kann miterleben, wie die Ureinwohner dereinst aus Birkenholz ihre Boote herstellten.


Lunenburg: Segelschiffe und alte Häuser

Vom Kejimkujik National Park führte mich mein Weg nach Lunenburg. In dieser kleinen, aber wirklich hübschen Stadt hatte ich mir eine Unterkunft in der Nähe der Spaziermeile gesucht.

Heimatgefühle in Nova Scotia.
Heimatgefühle in Nova Scotia.

So konnte ich entspannt durch die Innenstadt schlendern und die zahlreichen, gut gepflegten alten Häuser bestaunen.


Im Hafen gab es gleich mehrere Segelschiffe zu bestaunen. Je nach Lust und Laune konnte man das entspannt von der Terrasse eines der zahlreichen Restaurants aus tun oder aus nächster Nähe.


Auch wenn ein Nachmittag im Ort völlig ausreicht, um alles zu sehen, sollte man Lunenburg trotzdem unbedingt mit auf die Reiseroute setzen. Hier ist es ruhig, aber schön.


Peggy's Cove: Viel Betrieb rund um den Leuchtturm

 

Ein weiteres unumgängliches Reiseziel ist der meist-fotografierte Leuchtturm Nova Scotias. Nur knappe 40 Kilometer von Halifax entfernt liegt Peggy's Cove. Rechtzeitiges Erscheinen sichert

Touristen klettern auf den Felsen von Peggy's Cove.
Touristen klettern auf den Felsen von Peggy's Cove.

gute Plätze, denn spätestens gegen 11:00 Uhr erreichen die Reisebusse aus Halifax das kleine Dörfchen. Dann werden nicht nur die Parkplätze knapp, sondern es turnen auch unzählige Personen auf den Felsen herum.

 

Wer da auf einem Foto einsame Romantik einfangen will, hat schlechte Karten. Man kann sich zwar rund um den Turm frei bewegen und ein anderes Motiv suchen, aber den Verstand sollte man dabei nie abstellen. Immer wieder mal stiefelt ein Tourist zu dicht am Wasser herum und wird dann von den Klippen gespült. Eine

 


Rettung muss dann wegen der glatten Felsen und der starken Strömung fast immer vom Wasser aus erfolgen. Also lieber vernünftig bleiben, dann hat man schönere Erinnerungen an den Urlaub.


Urlaub in Nova Scotia: Uferblick in Fort Anne in Annapolis Royal.
Urlaub in Nova Scotia: Uferblick in Fort Anne in Annapolis Royal.

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Beiträge zu den Themen Westkanada, Toronto und Leben & Arbeiten.