"Ride the rocket": U-Bahn fahren im Grenzbereich

Wie viele Leute kann man eigentlich gleichzeitig in einen U-Bahn-Wagon quetschen? Dieser Frage gehen in Toronto jeden Morgen Zehntausende von Berufspendlern auf den Grund. Wir sind hier aber nicht etwa bei "Wetten dass...???", sonder ganz schnöde in der Rush Hour.

 

Torontos öffentlicher Nahverkehr - immer eine Reise wert

[Mit Torontos Verkehrsbetrieben (TTC) geniesst man den Spass in vollen Zügen]

In der Rush Hour ist Toronto's U-Bahn kein Platz für Leute mit Berührungsängsten. Wer um 8.30 Uhr morgens oder nach 17.00 Uhr eine Reise tut, kann viele neue Menschen kennenlernen. ;-)

Wenn zusätzlich zu den Anwohnern auch noch die Pendler aus dem Umland zur Arbeit bzw. nach Hause kommen wollen, wird es eng in Bussen und Bahnen. Es kommt dann nicht selten vor, dass man mehrere Züge vorbeifahren lassen muss, bis einer hält, in den man physisch überhaupt reinpasst.

 

Wer kann, meidet deshalb die Hauptverkehrszeit konsequent. Hat man keine Wahl, erträgt man es halt jeden Tag aufs Neue. In diesem Punkt finde ich die Geduld meiner kanadischen Mitmenschen wirklich faszinierend. Neulich blieb ich mit einem völlig überfüllten Zug fast eine Stunde zwischen zwei Stationen stecken. Keine Panik, keine Aggressionen: Man steckt da halt zusammen drin, und da kommt man auch zusammen wieder raus.

 

Was in Deutschland vermutlich zu Ausschreitungen geführt hätte, wird in Toronto zu einem Gruppenerlebnis: Die drei Studenten neben mir holten ihre Unterlagen raus und erledigten ihre Hausaufgaben, Leute unterhielten sich, lasen Bücher oder Zeitungen, wieder andere Fahrgäste teilten Schokolade mit den Umstehenden. Böse Worte? Fehlanzeige.

 

Dieses Miteinander ist es, was Kanada gross macht. Zugegeben: Mit 'nem besseren U-Bahn-Netz wäre Toronto noch weiter vorn. Aber mir gefällt es hier trotzdem ;-)

 

"Better luck next time!"  Vielleicht klappt es ja mit dem nächsten Zug...
"Better luck next time!" Vielleicht klappt es ja mit dem nächsten Zug...

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