Weihnachten in Eis und Schnee

Pünktlich zum Weihnachtsfest hat ein Eissturm die Stromversorgung in Ontario hart getroffen. Noch am Weihnachtsabend waren im Grossraum Toronto bis zu 150.000 Menschen ohne Strom.

Da sich so ein Stromausfall auch auf die Heizungssysteme auswirken kann, hat die Stadtverwaltung in Toronto "Warming Centres" für die Bürger eingerichtet. Und diese Angebote wurden auch genutzt. Weihnachten in den eigenen vier Wänden macht bei -14°C und Finsternis etwas weniger Spass.

 

Mich hat beeindruckt, wie selbstverständlich die Kanadier im Angesicht widriger Umstände zusammenrücken. Nachbarn unterstützen einander, Kollegen bieten einander Obdach, Freunde verbringen Weihnachten gemeinsam. 

Ich wurde über die Feiertage geradezu von einer Familie "adoptiert". Aus dem geplanten Besuch am Weihnachtsabend entwickelte sich schließlich eine zweitägige Feier. Da wurde einfach

Weihnachten in Kanada: Hat auch jeder seinen Strumpf aufgehängt?

ein zusätzlicher Strumpf an den Kamin gehängt - und schon gehörte ich zur Familie ;-)

 

"Völlig selbstlos" habe ich natürlich dabei geholfen, den Truthahn zu vertilgen, der am ersten Weihnachtstag auf den Mittagstisch kam. Der Vogel wurde nämlich einfach nicht weniger. Trotz all unserer Anstrengungen gab es noch zum Frühstück am zweiten Feiertag etwas Truthahn auf den Teller.

 

Ich habe auch etwas Wichtiges gelernt: Ob nun zum Eierlikör, als Soßen-Grundlage oder selbstverständlich pur im Glas - Irischer Whiskey passt immer! Lediglich beim irischen Plum Pudding war er nicht am Start. Dieses Dessert zwar etwas gewöhnungsbedürftig, da es eher 

Idylle mit Weihnachtsbaum

einem in Rum getränkten Rosinenkuchen ähnelt. Aber: Lecker! Fachgerecht wird das Ganze zum Servieren mit brennendem Brandy übergossen - ein bisschen Spass muss sein...

 

So haben wir gemeinsam ein wunderbares Weihnachtsfest erlebt. Wir hatten es warm, wir hatten Strom, wir hatten nette Gesellschaft - so etwas lernt man echt zu schätzen. Und Geschenke gab's ja auch noch! Da ist mir der Abschied nach zwei Tagen schon ein wenig schwergefallen. Aber man ist ja nicht aus der Welt.

 

Morgen wird die Neujahrsnacht mit -10°C wohl vergleichsweise mild ausfallen. Ob ich mir das städtische Feuerwerk ansehe, ist aber fraglich (Die Erklärung dazu gibt es in einigen Tagen auf der Land & Leute-Seite ;-).

 

In jedem Fall wünsche ich allen von hier aus ein entspanntes und frohes neues Jahr!

 

P.S.: Der Journalist EJ Schamburek hat in den letzten Tagen einige sehr schöne Fotos gemacht. Sein Kanada-Blog ist auf jeden Fall einen Blick Wert. Hier geht's zu EJ's Seite.

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